Die Welthandelsorganisation (WTO) warnte in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht vor der geografischen Fragmentierung des globalen Handelssystems in gleichgesinnte Blöcke. Die Organisation hat prognostiziert, dass eine solche Situation das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) um bis zu 5,1 Prozent und die globalen Exporte um bis zu 18,6 Prozent senken könnte.
Verschiedene Szenarien und deren Folgen
Der Bericht verweist auch auf ein schlimmeres Szenario, in dem der vollständige Zusammenbruch der multilateralen Zusammenarbeit die WTO durch ein chaotisches Netzwerk bilateraler Handelsabkommen ersetzt. In diesem Fall würde das globale BIP um 6,9 Prozent und die globalen Exporte um 26,9 Prozent sinken.
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Stärkung der multilateralen Zusammenarbeit
Im Gegensatz dazu könnte die Stärkung der multilateralen Handelskooperation die globale Produktion um bis zu 2,9 Prozent steigern und die globalen Exporte um bis zu 17,9 Prozent erweitern. Diese Punkte wurden von Ngozi Okonjo-Iweala, der Generaldirektorin der WTO, angesprochen, die nachdrücklich auf den kritischen Zustand des globalen Handels in den letzten 80 Jahren hinwies.
Okonjo-Iweala stellte fest, dass etwa 72 Prozent des globalen Warenhandels weiterhin unter den Bedingungen der meistbegünstigten Nationen tätig sind, während dieser Wert im Jahr 2022 etwa 80 Prozent betrug. Dieser Rückgang zeigt den zunehmenden Druck auf die diskriminierungsfreien Regeln im globalen Handel.
Handel und Wirtschaftswachstum
Der Bericht betont auch, dass die Integration in das multilaterale Handelssystem seit 1995 zu einem Anstieg des Handels zwischen den Mitgliedern um 140 Prozent geführt hat und ein schnelleres Wirtschaftswachstum in einkommensschwachen und mittleren Ländern mit sich gebracht hat. Dennoch sind diese Vorteile ungleich verteilt, und weniger entwickelte Länder haben weniger als 1 Prozent des globalen Handels, während die Handelskosten in ihrer Produktion und Dienstleistungen 50 Prozent höher sind als in einkommensstarken Ländern.
Zukunft des globalen Handels
Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass neue Technologien wie Künstliche Intelligenz bis zu 40 Prozent des globalen Handels bis 2040 steigern und in den nächsten 15 Jahren mehr als 13 Prozent zum globalen BIP beitragen könnten, insbesondere im Bereich der digital erbringbaren Dienstleistungen.
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