Der Krieg erinnert uns jeden Tag daran, wie zerbrechlich das Leben ist. Im Herzen von Kiew sind die Stimmen der Angst und Verzweiflung von Frauen und Kindern zu hören. Unter dem tödlichen Regen der Bombardements versuchen sie, die Liebe und Zuneigung in ihren Herzen zu bewahren.
Schmerz und Leid der Generationen
Die Geschichten vergangener Generationen leben noch in vielen von uns. Meine Großmutter, die während des Zweiten Weltkriegs hart leben musste, sprach oft von ihren Mühen gegen die Nazis. Mit 17 Jahren musste sie fliehen und Zuflucht suchen, aber sie gab niemals auf. Sie lehrte uns, dass das Leben auch in der Not schön sein kann.
Heute stehen meine Freunde und ich in Kiew vor einer neuen Krise. An Tagen, an denen der Himmel wegen der Luftangriffe Russlands einen traurigen Regenbogen annimmt, zittern unsere Hände. Dieses Zittern ist nicht nur ein Zeichen der Angst, sondern ein Symbol unserer tiefen seelischen Wunden. Hände, die vor Krieg und Schrecken zittern, sind dennoch bereit, Liebe und Mitgefühl auszudrücken.
Uns selbst bewahren
Es ist einfach zu sagen, dass wir als Gemeinschaft diesen Schmerz ertragen müssen, aber es ist schwierig, in solch einer Situation die Zartheit zu bewahren. Wir wollen überleben, aber wir wollen unsere Menschlichkeit und Liebe nicht verlieren. Bei jedem Luftangriff erinnern wir uns daran, dass wir füreinander einstehen und niemals die Liebe und Zuneigung aufgeben dürfen.
Meine Präsenz an dieser Front ist nicht nur als Schriftstellerin, sondern als Stimme derjenigen, deren Hände in diesem Krieg zittern und deren Seelen gebrochen sind. Wir müssen einander Hoffnung geben und zeigen, dass das Leben auch inmitten von Schmerz und Leid weitergehen kann.



